Für die Zukunft gut gedämmt.

Energieeinsparverordnung (EnEV)

2020: Gebäudeenergiegesetz (GEG)

Das Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden – kurz: Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist am 01. November 2020 in Kraft getreten. Es umfasst sowohl Wohn- als auch Nichtwohngebäude. Es gilt nicht für die Gebäude, für die vor dem 01. November Bauantrag gestellt bzw. Bauanzeige gemacht wurde, oder der Baubeginn lag.

 

Zweck und Ziel des GEG

1. Zweck und Ziel des GEG ist der sparsame Einsatz von Energie in Gebäuden einschließlich einer zunehmenden Nutzung erneuerbarer Energien zur Erzeugung von Wärme, Kälte und Strom für den Gebäudebetrieb.

2. das Gesetz soll im Interesse des Klimaschutzes, der Schonung fossiler Ressourcen und der Minderung der Abhängigkeit von Energieimporten dazu beitragen, die energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung sowie eine weitere Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte zu erreichen und eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung zu ermöglichen.

 

Was hat sich geändert?

Das GEG setzt die Vorgaben der EU-Gebäuderichtlinie um, welche fordert, dass bis 31.12.2020 für alle neu zu errichtenden Gebäude das Niveau eines „Niedrigstenergiegebäudes“ einzuführen ist. Das Anforderungsniveau an Neubauten aus der EnEV mit Stand 2016 entspricht bereits diesem.

Das GEG  bündelt in sich drei bisher geltende Verordnungen/Gesetze, die da wären:

  • Energieeinsparverordnung (EnEV)
  • Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG)
  • EnergieEinsparungsGesetz (EnEG)

Ergänzend kann gesagt werden, dass es inhaltlich Änderungen bei manchen Berechnungsmethoden, bei Nachweisführungen, bei manchen Anforderungen in der Nutzung erneuerbarer Energien und teilweise auch bei der Anlagentechnik gibt. Zusätzlich gibt es in bestimmten Fällen Auflagen bei der Änderung bestehender Gebäude, die sich in öffentlicher Hand befinden. Alle diese Änderungen betreffen aber nicht unmittelbar unser Produktangebot.

 

Was hat sich nicht geändert?

In folgenden Punkten haben sich die Anforderungen nicht geändert, d.h. sie bleiben auf dem bekannt hohen Niveau der EnEV von 2016:

  • Baulicher Wärmeschutz bei der Errichtung von Gebäuden (Neubau) und bei der Änderung bestehender Gebäude (Altbau), sowohl bei Wohn- als auch Nichtwohngebäuden
  • Begrenzung des Einflusses konstruktiver Wärmebrücken
  • Dauerhafte Luftdichtheit
  • Sommerlicher Wärmeschutz
  • Dämmen oberster Geschossdecken als Nachrüstverpflichtung
  • Energieausweise
  • Unternehmererklärungen
  • Bußgeldvorschriften

 

 

2014: 4. Energieeinsparverordnung (EnEV)

Planer, Handwerker und Hausherren müssen sich ab 1. Mai 2014 auf strengere Energieeinsparvorschriften einstellen. Die Novelle zur nächsten Energieeinsparverordnung (EnEV) stellt die Weichen für mehr Energieeffizienz im Gebäudesektor. Die neue EnEV beinhaltet u.a. folgende Maßnahmen:

  • Der zulässige Jahres-Primärenergiebedarf aller Neubauten sinkt ab 01.01.2016 um 25%. Der maximal erlaubte Wärmeverlust durch die Gebäudehülle soll sich durchschnittlich um jeweils 20% reduzieren.
  • Die konkreten Vorgaben an die energetische Mindestqualität von Niedrigstenergiegebäuden werden rechtzeitig bis spätestens Ende 2016 - für Behördengebäude - bzw. Ende 2018 - für alle Neubauten - festgelegt.
  • Für bestehende Gebäude sieht die neue EnEV keine verschärften Einsparregeln vor.
  • Die Nachrüstungsverpflichtung Dämmung der obersten Geschossdecke bleibt bestehen und wird genauer definiert - alle Decken mit U > 0,91 W/(m²·K) müssen nachträglich gedämmt werden (Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2).
  • Die energetischen Kennwerte z.B. aus dem Energieausweis sind bei Verkauf und Vermietung in Immobilienanzeigen mit anzugeben. Und es werden Energieeffizienzklassen A+ bis H beim Energieausweis eingeführt.
  • Verkäufer und Vermieter sind verpflichtet, den Energieausweis an den Käufer bzw. neuen Mieter zu übergeben. Der Energieausweis muss bereits bei Besichtigung vorgelegt werden.
  • Eingeführt wird ein Registrierungs- und Stichprobenkontrollsystem für Energieausweise über das DIBt.

 

>>  Download Gesetzestext Energieeinsparverordnung 2014 (nicht amtliche Lesefassung)

 

>> Broschüre URSA EnEV kompakt öffnen   >> als Flash   >> als PDF

 

 

2009: 3. Energieeinsparverordnung (EnEV)

Mit der EnEV 2009 wurde die Energieeffizienz nochmals um ca. 30% verbessert. Neubauten haben einen ca. 30% niedrigeren Primärenergiebedarf gegenüber 2007. Gleichzeitig wurden die Berechnungsregeln angepasst und für Wohngebäude das Referenzgebäudeverfahren eingeführt.
Ab 1.10.2009 definiert die EnEV für Wohn- und Nicht-Wohngebäude ein Referenzgebäude, welches den derzeitigen Stand der Technik definiert. Für Wohngebäude wird abhängig vom Gebäudetyp der max. zulässigen Transmissionswärmeverluste und für Nicht-Wohngebäude abhängig vom der Innentemperatur max. zulässige U-Werte definiert.

Die EnEV verschärft gleichzeitig den Vollzug der EnEV, in dem sie die Verantwortlichkeiten und Ordnungswidrigkeiten im Sinne des EnEG neu definiert. Zusätzlich werden die Nachrüstungsverpflichtungen erweitert sowie Unternehmererklärungen zur Bestätigung der Einhaltung der EnEV eingeführt. 

>>  Download Gesetzestext Energieeinsparverordnung 2009 (nicht amtliche Lesefassung)

 

2007: 2. Energieeinsparverordnung (EnEV)

Mit der EnEV 2007 wurde eine neue Berechnungsmethodik für Nicht-Wohngebäude eingeführt. Seit dem 1. Oktober 2007 unterscheidet die EnEV zwischen Wohn- und Nicht-Wohngebäuden. Zudem wurde der Energieausweis auch für Altbauten verpflichtend.

Der Energieausweis muss jetzt bei Neubau, bei wesentlichen Änderungen, bei Verkauf sowie bei Neuvermietung ausgestellt oder vorgelegt werden. Die EnEV regelt auch die Ausstellung der Energieausweise.

Die neue Berechnungsmethodik für Nicht-Wohngebäude basiert auf der DIN V 18599. Der Primärenergienachweis wird mittels Referenzgebäudeverfahren durchgeführt.

 

2002: 1. Energieeinsparverordnung (EnEV)

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) trat am 1. Februar 2002 in Kraft und ersetzte damit die Wärmeschutz- und Heizungsanlagenverordnung. Gegenüber der Wärmeschutzverordnung wurde das energetische Niveau von Neubauten um 30% verbessert. Das Hauptziel der EnEV ist es, die Energieeffizienz im Gebäudesektor zu erhöhen und den Ausstoß des klimaschädlichen CO2 deutlich zu reduzieren.

Die neue EnEV stellt erstmals gesetzliche Mindestanforderungen an die Gesamtenergieeffizienz von Neu- und Altbauten. Mit der Energieeinsparverordnung wurde der Primärenergiebedarf für die Gebäude eingeführt. Die ganzheitliche Betrachtung des Gebäudes unter Berücksichtigung der Gebäudehülle, der Anlagentechnik und der Primärenergie wurde zur Pflicht.

Seit 2002 definiert die EnEV zusätzlich Nachrüstungsverpflichtungen für bestehende Gebäude. Der Energiebedarfsausweis musste für alle Neubauten ausgestellt werden.

 

1977 – 2001: Wärmeschutzverordnung (WSV)

Seit 1. November 1977 stellt die Wärmeschutzverordnung (WSchVO) erstmals Mindestanforderung an den baulichen Wärmeschutz von Neubauten. Die WSV wurde 1984 und 1995 weiterentwickelt. Ab 1984 wurden zusätzlich Anforderungen bei baulichen Änderungen sowie bei Erweiterungen an bestehenden Gebäuden gestellt. Ab 1995 musste für Neubauten ein Wärmebedarfsausweis ausgestellt werden.

Parallel zur WSchVO stellte die Heizungsanlagenverordnung Mindestanforderungen an das Heizen und Kühlen von Gebäuden.

 

1976: Energieeinsparungsgesetz (EnEG)

In 1976 wurde erstmals ein Gesetz zur Einsparung von Energie in Gebäuden verabschiedet, welches Forderungen an den baulichen Wärmeschutz und den technischen Anlagen zum Heizen und Kühlen stellt. Das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) wurde seitdem 4-mal aktualisiert und bildet die gesetzliche Grundlage der Energieeinsparverordnung.
Das Energieeinsparungsgesetz regelt die energiesparenden Maßnahmen in Neu- und Altbau und die Ausstellung von Energieausweisen sowie die Ordnungswidrigkeiten.